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Halb leer oder halb voll? Je nach Kontext!

Die Frage, ob das Glas halb leer oder halb voll ist, scheint müßig, offenbart aber ein Verständnisproblem. Und das impliziert auch ein Usability-Problem. Um genau zu sein, es ist ein Content Usability-Problem.

Doch wenden wir uns der Frage zu. Je nach dem, ob man den Füllstand des Glases als halb voll oder halb leer bezeichnet, wird man als Pessimist oder eben als Optimist beurteilt. Für den Pessimisten ist das Glas halb leer, der Optimist beschreibt es als halb voll. So scheint jedenfalls das allgemeine Verständnis zu sein.

Kürzlich führte ich eine teilweise sehr engagierte Diskussion um genau diesen Punkt. Ich konnte die Frage beim besten Willen nicht eindeutig beantworten. Irgendetwas fehlte da noch…

Ohne Kontext kein Urteil

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Entwurf speichern? Gerne – aber nur auf Befehl!

Vor längerer Zeit stieß ich in einem Projekt auf eine Problematik, die sich um das Zwischenspeichern von Entwürfen rankt. Nicht aktuell – aber vielleicht interessant genug, um es hier im Blog nachzutragen.

Die Ausgangssituation

Es geht um eine eigentlich recht einfache Situation: Der Nutzer möchte ein Dokument oder eine Mail erstellen. Nun, unser Vertrauen in die Technik hat durch den ein oder anderen Bluescreen oder andere Abstürze gelitten. Was machen wir also? Ctrl+S gehört zu den Shortcuts, die man schnell lernt und schon fast automatisch alle paar Minuten eingibt… Wenn man nicht ein UI einer browsergestützten Anwendung vor sich hat! Das führt nämlich dazu, dass man die HTML-Seite lokal speichert. Das WordPress, an dem ich gerade sitze, bietet mir an, post-new.php.html lokal zu speichern. Hm, das möchte ich aber nicht. Ich möchte nur sicherstellen, dass der Artikel nicht verloren geht. Ctrl+S ist also nicht die Lösung.

Die vermeintliche Lösung

Dieselbe Situation habe ich in jenem Projekt erlebt: Eine browserbasierte Oberfläche, in der umfangreiche Dokumente erstellt werden. Wie löst man das? Beim Erstellen eines Dokuments wird sofort ein Entwurf angelegt. Dieser wird aktualisiert, sobald man innerhalb eines Assistenten vor oder zurück navigiert. Dies wird dem Nutzer nicht signalisiert. Wenn man das Dokument erstellt und versendet hat, wird der Entwurf gelöscht. Das klappt alles ganz prima, solange man die Erstellung des Dokuments nicht abbricht. Beim Abbrechen wurde dann nämlich gefragt: „Es ist ein Entwurf automatisch angelegt worden. Wollen Sie den Entwurf löschen?“ Wie bitte? Was soll ich hier entscheiden? Ich weiß doch gar nicht, was da im Hintergrund passiert ist und was im Entwurf drin steht. Ich habe den nicht angelegt. Da wir aber vorsichtige Nutzer sind, löschen wir den Entwurf nicht und klicken auf Nein. Die Erfassungsmaske der Mail schließt sich und alles ist gut. Wirklich? Es sammeln sich so im Laufe der Zeit viele Entürfe an, deren Inhalt ich nicht einschätzen kann. Ok, das ist das Usability-Problem Nr. 1.: Ansammeln unbekannter Dateien. Das ist besonders dann ein Problem, wenn mehrere Nutzer an einem Ordner arbeiten und nicht wissen, was die Entwürfe des anderen Kollegen sollen. Lieber Finger weg!

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Tabpages werden häufig falsch eingesetzt

Tabpages in Thunderbirds Systemeinstellungen

Irgendwann Anfang der 90er haben sich sogenannte Tabpages in die User Interfaces eingeschlichen. Im Prinzip bilden diese Tabpages (kurz Tabs – nein, nicht die für den Geschirrspüler) ein Notizbuch nach. Die Tabs unterteilen das Notizbuch in verschiedene Bereiche. Bei OS/2 ist das für komplexe Systemeinstellungen verwendet worden. Und dafür haben sich die Tabpages auch als probates Mittel bewährt, um die Fülle der Einstellungen zu ordnen. Bei OS/2 ist der Notizbuchcharakter sogar noch durch eine Spiralbindung am linken Rand visualisiert worden.

Nun scheinen diese Tabpages aber so beliebt geworden zu sein, dass man sie fast überall im User Interface Design findet. Bevor man aber nun die Welt komplett ins Notizbuch steckt, gilt es noch mal zu hinterfragen, was die Tabpages leisten und was nicht. Es können sich nämlich aus falschen Verwendung ernsthafte Usability-Probleme ergeben.

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