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Ein weiteres Missverständnis: Usability Tests sind teuer

In einem vorigen Artikel schrieb ich schon über verschiedene Usability-Missverständnisse (Usability – Schluss jetzt mit den Missverständnissen!). Ich möchte die Sammlung noch ein wenig erweitern.

Gerne werden an allen Ecken und Enden Kosten gespart. Und da wird gerne auf Usability Tests verzichtet: „Das hat ja schließlich ein guter Designer entworfen…“ Nun, auch Designer sind nur Menschen und können Fehler machen. Die sollte man schon aus Gründen des Investitionsschutzes frühestmöglich aufdecken. Und dazu sind eben Usability Tests da. Doch nun zu den Kosten. Denkt man an solche Tests, fallen häufig Stichwörter wie Usability Labor, Eye Tracking, Erhebungskampagnen, statistische Validierung etc. Ja, das kann alles dazu gehören – muss es aber nicht. Die Buchung und Beauftragung eines professionellen Usability-Labors ist kostenaufwendig. Aber selbst das lohnt sich in den meisten Fällen. Ich möchte hier aber zwei sehr einfache Testmethoden vorstellen, die mit wenig Aufwand durchzuführen sind und dennoch wertvolle Erkenntnisse liefern.

Papierprototypen-Test

Wie zuvor schon kurz erwähnt braucht man für diesen Test noch nicht mal lauffähigen Sourcecode. Es reichen Papierskizzen, die man aus dem Entwurfsprozess (frühe Konzeptionsphase) extrahiert. Diese Skizzen (Mockups) fallen da ja eh an, da man anhand dieser die Benutzerinteraktion durchdenkt und visualisiert. Nun überlegt man, welche Szenarien man mit welchen Nutzern überprüfen möchte. Man wählt die entsprechenden User Interface-Skizzen aus und lädt die Testteilnehmer ein. Eine Auswahl von fünf bis sechs Testteilnehmern sollte reichen. Mehr Teilnehmer erhöhen den Erkenntnisgewinn in der Regel nicht. Und statistisch belastbare Aussagen wird man auch mit 20 Teilnehmern nicht erreichen. Darum geht es aber auch gar nicht. Und wer keine sechs Teilnehmer „loseisen“ kann, beschränkt sich eben auf zwei. Lieber einen kleinen Test machen als gar keinen!

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