• Bernd Lohmeyer

Trotz Umsatzrückgängen: Handel investiert in digitale Transformation

Die erfolgreiche digitale Transformation mag auf den ersten Blick sehr herausfordernd wirken – birgt jedoch eine Menge Potenzial. Das gilt auch für den Handel. Je nach Unternehmen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten, diese Potenziale auszuschöpfen. Automatisierte Prozesse entlasten zum Beispiel Routineaufgaben, digitale Kommunikationswege erleichtern die Pflege der Kundenbeziehungen und mit digitalen Technologien lassen sich neue Geschäftsfelder erschließen. Auch der deutsche Handel hat diese Entwicklungen erkannt und die Weichen Richtung Zukunft gestellt. Denn der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“ von Telekom zeigt, dass im Handel weiter in die Digitalisierung investiert wird.


Die Investitionen des Handels in die digitale Transformation sind zudem bemerkenswert, so setzten die Corona-Pandemie und Lieferprobleme schließlich auch den Unternehmen zu. Der Umsatzrückgang der Branche lag im Durchschnitt bei 32 Prozent. Genauso hat die Pandemie jedoch auch die Notwendigkeit der Digitalisierung deutlich gemacht. 48 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Investitionen in die Digitalisierung aufrechterhalten, 45 Prozent planen ihre Ausgaben sogar zu erhöhen. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf dem Schutz der Remote-Arbeitsplätze. Durch die zunehmend flexibleren Arbeitsstrukturen halten 59 Prozent der Betriebe ihre Arbeitsplätze für nicht ausreichend gesichert. Knapp die Hälfte der Befragten wollen beispielsweise die Sicherheit ihrer E-Mail-Systeme professionalisieren und Dateien sowie Laufwerke verschlüsseln.


Für die Investitionen in die digitale Transformation stehen ebenfalls eine Reihe von Fördermitteln zur Verfügung. Die Studie ergab jedoch, dass nur 14 Prozent der Unternehmen auf die Fördermittel zur Finanzierung ihrer Digitalisierungsmaßnahmen zurückgreifen. 53 Prozent der Handelsunternehmen sind die Fördermöglichkeiten sogar unbekannt. An dieser Stelle gibt es also noch Optimierungsbedarf.


Insgesamt hat der deutsche Handel zwar den richtigen Weg eingeschlagen, abgeschlossen ist der Prozess jedoch noch lange nicht. Im Branchenvergleich schneidet der Handel noch immer miserabel ab. Mit 55 Punkten im Index liegt er unter dem Durchschnitt von 59 Punkten. Logistik, Industrie, Handwerk und Gastgewerbe weisen alle einen höheren Digitalisierungsgrad als der Handel auf. Die Investitionen haben jedoch den wichtigen Grundstein für eine Aufholjagd gelegt. Denn nur wer die Post-Corona-Kunden versteht und die richtigen Digitalisierungsmaßnahmen einleitet, kann trotz Krise wachsen und in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Oder um es frei nach dem Internet-Vordenker Sascha Lobo zu sagen: Der Handel sollte nicht fragen, was digitalisiert werden muss, sondern was analog bleiben kann.


https://www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/it-sicherheit-und-nachhaltigkeit-zentrale-themen-im-handel-1005366



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