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  • Bernd Lohmeyer

Hamburg: Modellregion für Mobilität

Die Sicht eines Hamburgers


Die Hansestadt-Hamburg ist bereits für einige Merkmale bekannt: die vielen Brücken, die Elbphilharmonie, das klassische Moin Moin – als Hamburger sind mir diese Dinge natürlich sehr vertraut. Nun erlangt die Hansestadt eine weitere Besonderheit dazu. Hamburg wird zur „Metropol-Modelregion Mobilität“. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und Hamburgs Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks Ende letzten Jahres unterzeichnet. Doch was bedeutet das für uns Hamburger eigentlich?


Verkehr der Zukunft ist digital und autonom


Eines der Projekte im Zuge der „Metropol-Modellregion Mobilität“ in Hamburg ist das autonome Fahren. Bis 2030 sollen 10 000 autonome Fahrzeuge auf den Straßen Hamburgs unterwegs sein. Um eine autonom fahrende Sammeltaxi-Flotte in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren, arbeitet die Stadt mit Volkswagen und Sammeltaxi-Anbieter Moia zusammen. Bereits dieses Jahr soll es erste Erprobungsfahrten in den Stadtteilen Uhlenhorst und Winterhude geben. Martin Röhrleef, Verkehrsexperte für autonomes Fahren, bezeichnet die Zielsetzung des Projektes gegenüber dem Hamburg Journal als ambitioniert, aber auch realistisch.


Digitalisiertes urbanes Mobilitätssystem


Des Weiteren ist in Hamburg der Einsatz einer digitale Verkehrslenkung sowie autonom fahrender LKWs geplant, um die Mobilitätswende voranzutreiben. Langfristig soll in Hamburg ein neues, digitalisiertes urbanes Mobilitätssystem entwickelt werden, das in ganz Deutschland die Grundlage für entsprechende Konzepte bietet. Volker Wissing lobt das experimentierfreudige Klima für neue Mobilitätsformen in Hamburg und sagt: „Angesichts zunehmender Verkehre brauchen wir mehr denn je neue Technologien, um Mobilität klug zu lenken und die bestehende Infrastruktur effizient zu nutzen.“ Ein weiterer Baustein der Modellregion für Mobilität ist die Bewerbung um die Ausrichtung des UITP-Weltkongresses. Mit der zugesagten Unterstützung des Bundes könnte die internationale Messe für den ÖPNV 2025 oder 2027 in Hamburg stattfinden. Weitere mögliche Projekte sollen in den nächsten Schritten herausgearbeitet werden.


Kritik vom ADFC


Kritik zur Modelregion gibt es indes vom Fahrrad-Club ADFC. Das autonome Fahren konterkariere die Verkehrswende. Statt fahrerlose Autos sollten der Umweltverbund aus öffentlichem Nah-, Rad- und Fußverkehr priorisiert werden, so ADFC-Sprecher Dirk Lau. Trotzdem bleibt zu konstatieren: Die Digitalisierung und Automatisierung des Verkehrs ist ein wichtiger Bestandteil einer fortschrittlichen Mobilität. Die Metropol-Modellregion Mobilität ist ein sinnvoller Schritt, um unsere schöne Hansestadt als Pionier der Mobilität zu positionieren. Gleichzeitig ist die Kritik des ADFC berechtigt. Die Lösung scheint einfach wie offensichtlich: Weitere Projekte der Modellregion für Mobilität sollten sich auf intelligente Lösungen beim Rad- und Fußverkehr fokussieren. So kann Hamburg in Zukunft für deutsche Städte in allen Bereichen als Vorbild der Mobilität gelten.


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