Digital Transformation im Mittelstand: Umfrage zur Digitalisierung

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Digitale Transformation

Die Digital Transformation oder die Digitalisierung finden auch im Mittelstand statt.

Darüber muss man nicht mehr diskutieren. Und das ist nicht nur ein Thema für die Großindustrie oder reine Digitaldienste. Der digitale Wandel durchdringt auch den Mittelstand. Schaut man zum Beispiel in den Veranstaltungskalender und das Verbandsmagazin des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft, trifft man überall auf das Thema.

Dennoch ein Beispiel:  Die CD hat die Schallplatte verdrängt. Durch die Erfindung von mp3 ist die CD zum Auslaufmodell verkümmert. Waren anfangs Peer to Peer-Netzwerke eine Möglichkeit, die Musiksammlung auf mehr oder minder legale Weise zu vergrößern, sind auch deren Anbieter durch große Streaming-Anbieter unter Druck geraten.

Die vormals großen Platzhirsche der Plattenindustrie haben es in den nunmehr 25 Jahren seit Erfindung des mp3-Formats immer noch nicht geschafft, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Umstieg von schwarzen auf silberne Datenträger ließ sich noch gut machen. Die Wertschöpfungskette des CD-Marktes folgt den selben Regeln wie die der Venyl-Träger: Es handelt sich schlicht um Hardware-Vertrieb. Die verschiedenen Versuche der großen Labels, das Kopieren von Datenträgern zu verhindern und den Tausch von Dateien zu unterbinden, wirken insbesondere vor dem Hintergrund der heutigen Diskussion mehr als unbeholfen.

Die wachsende Leistungsfähigkeit haushaltsüblicher Internetverbindungen führte in Verbindung mit hochwertigen Streaming-Techniken zu einem weiteren Paradigmenwandel:

  • Die User beziehen ihre Musik nicht mehr auf Vorrat (Musiksammlung).
  • Sie sammeln keine Hardware (CDs) mehr.
  • Stattdessen rufen Sie Informationsservices ab (Streaming).

Dieses kleine Beispiel ließe sich über viele Branchen endlos fortsetzen. Neue Technologien bringen bestehende Geschäftsmodelle ins Wanken.

Allen Beispielen gemein ist der Charakter des digitalen Wandels:

  • Digital Disruption: Vermeintlich stabile Geschäftsmodelle fallen in sich zusammen.
  • Service-Orientierung: Der Serviceaspekt tritt in den Vordergrund. Produkte werden zu Services.
  • Customer Experience: Kunden fordern individuelle Services und Produkte – Just in time.
  • On Demand: Services werden bei Bedarf abgefragt.

Und wie gesagt, das gilt nicht nur für die großen Digital Player, sondern auch für den Mittelstand.

Die Digitale Transformation ist alldurchdringend. Die damit verbundenen Fragestellungen sind ebenso unbegrenzt wie die darauf fußenden Möglichkeiten:

  • Automatisierte Supply Chain
  • Reduzierung der Rüstkosten
  • Dezentralisierung der Produktion, Verlagerung zum Abnehmer
  • Produktion von Kleinstserien bis zu Losgröße 1
  • Entwicklung neuer Services
  • Globalisierung

Fragen über Fragen. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich im Zuge des digitalen Wandels? Welche Aspekte interessieren Sie besonders? In welcher Form trifft der Umbruch Ihre Branche?

Über Ihre Meinung und Gedanken würde ich mich sehr freuen. Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar.

4 Kommentare
  1. Anselm says:

    Mich interessieren die verschiedenen Herangehensweisen bei Digitalisierung im Mittelstand.
    Wer treibt das Thema?
    Warum nicht losglegen?
    was spricht gegen einen offenen B2C-Webshop?

    […] Die meisten meiner Kunden interessieren sich bei Digitalisierung für neue Technologie aber auch Geschäftsmodelle und Digital Advertising, Webshops.

  2. Bernd Lohmeyer says:

    Es ist interessant, dass Ihre Kunden sich zuerst für Technologie interessieren. Auch die Geschäftsmodelle sind wichtig – keine Frage. Ich denke aber, dass das alles schon Lösungsansätze sind. Sollten nicht zuvorderst innovative Services ausgelotet werden?

  3. Stefan Scharr says:

    Das Interesse an der Digitalisierung wird oft (wenn überhaupt) durch neue Technik hervorgerufen. Erst danach kommen die Fragen und Ideen. Daher sollte (wie immer) zuerst das Defizit und der Zielzustand definiert werden… danach kann dann die Technologie zur Umsetzung verhelfen. So, wie man bei den hübschen SmartPhones zu schätzen gelernt hat, dass sie wissen, wo man sich gerade befindet und zu hassen gelernt hat, dass die SmartPhones das auch anderen Menschen erzählen.

  4. Bernd Lohmeyer says:

    Das sehe ich auch so. Bevor man hektisch neue Technik einsetzt und große Projekte aufsetzt, sollte geklärt sein, in welche Richtung die Reise gehen soll. Die Digitalisierung ist ja kein Selbstzweck.

    Das mit den Smartphones zeigt sehr nett, wie sich digitale Services auf das Geschäftsmodell auswirken. Der Serviceanbieter hat nämlich zwei Kundensegmente:
    Einerseits den Endkunden, der mit seinem Smartphone durch die Gegend läuft. Und andererseits die Werbekunden, die uns die nächste Pizzeria zeigen. Ein Service, zwei Kundensegmente, zwei Umsatzflüsse…

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