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Artikel aus der Kategorie ‘Software Usability’

Usability verkaufen – aber wie, und an wen?

Wir Usability Professionals sehen uns häufig einem Problem gegenübergestellt. Alle finden unsere Bemühungen äusserst ehrenswert, wichtig und spannend. Doch wenn es zur Nagelprobe kommt, fällt Usability als erstes dem Projektrotstift zum Opfer. Die Projektverantwortlichen wollen dafür kein extra Geld ausgeben. Nun könnten wir uns damit trösten, dass Usability nicht die einzige Disziplin ist, der es so ergeht. Fundiertes Anforderungsmanagement und Konfigurationsmanagement erleiden nicht selten dasselbe Schicksal. Doch das wird uns wohl kaum beruhigen.

Wo liegt das Problem?

Im Prinzip habe ich die Antwort schon mit der Artikelüberschrift geliefert. Ein Usability Professional muss seine Dienstleitung genauso verkaufen wie ein Accountmanager sein Projekt. In diesem Sinne müssen wir also wirklich als Vertriebler auftreten. Mancher mag die Nase rümpfen, doch Verkaufen ist nichts Schlimmes – es ist die Grundlage des Austauschs von Waren und Leistungen, und das seit Erfindung der Tauschwirtschaft.

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Entwurf speichern? Gerne – aber nur auf Befehl!

Vor längerer Zeit stieß ich in einem Projekt auf eine Problematik, die sich um das Zwischenspeichern von Entwürfen rankt. Nicht aktuell – aber vielleicht interessant genug, um es hier im Blog nachzutragen.

Die Ausgangssituation

Es geht um eine eigentlich recht einfache Situation: Der Nutzer möchte ein Dokument oder eine Mail erstellen. Nun, unser Vertrauen in die Technik hat durch den ein oder anderen Bluescreen oder andere Abstürze gelitten. Was machen wir also? Ctrl+S gehört zu den Shortcuts, die man schnell lernt und schon fast automatisch alle paar Minuten eingibt… Wenn man nicht ein UI einer browsergestützten Anwendung vor sich hat! Das führt nämlich dazu, dass man die HTML-Seite lokal speichert. Das WordPress, an dem ich gerade sitze, bietet mir an, post-new.php.html lokal zu speichern. Hm, das möchte ich aber nicht. Ich möchte nur sicherstellen, dass der Artikel nicht verloren geht. Ctrl+S ist also nicht die Lösung.

Die vermeintliche Lösung

Dieselbe Situation habe ich in jenem Projekt erlebt: Eine browserbasierte Oberfläche, in der umfangreiche Dokumente erstellt werden. Wie löst man das? Beim Erstellen eines Dokuments wird sofort ein Entwurf angelegt. Dieser wird aktualisiert, sobald man innerhalb eines Assistenten vor oder zurück navigiert. Dies wird dem Nutzer nicht signalisiert. Wenn man das Dokument erstellt und versendet hat, wird der Entwurf gelöscht. Das klappt alles ganz prima, solange man die Erstellung des Dokuments nicht abbricht. Beim Abbrechen wurde dann nämlich gefragt: “Es ist ein Entwurf automatisch angelegt worden. Wollen Sie den Entwurf löschen?” Wie bitte? Was soll ich hier entscheiden? Ich weiß doch gar nicht, was da im Hintergrund passiert ist und was im Entwurf drin steht. Ich habe den nicht angelegt. Da wir aber vorsichtige Nutzer sind, löschen wir den Entwurf nicht und klicken auf Nein. Die Erfassungsmaske der Mail schließt sich und alles ist gut. Wirklich? Es sammeln sich so im Laufe der Zeit viele Entürfe an, deren Inhalt ich nicht einschätzen kann. Ok, das ist das Usability-Problem Nr. 1.: Ansammeln unbekannter Dateien. Das ist besonders dann ein Problem, wenn mehrere Nutzer an einem Ordner arbeiten und nicht wissen, was die Entwürfe des anderen Kollegen sollen. Lieber Finger weg!

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Tabpages werden häufig falsch eingesetzt

Tabpages in Thunderbirds Systemeinstellungen

Irgendwann Anfang der 90er haben sich sogenannte Tabpages in die User Interfaces eingeschlichen. Im Prinzip bilden diese Tabpages (kurz Tabs – nein, nicht die für den Geschirrspüler) ein Notizbuch nach. Die Tabs unterteilen das Notizbuch in verschiedene Bereiche. Bei OS/2 ist das für komplexe Systemeinstellungen verwendet worden. Und dafür haben sich die Tabpages auch als probates Mittel bewährt, um die Fülle der Einstellungen zu ordnen. Bei OS/2 ist der Notizbuchcharakter sogar noch durch eine Spiralbindung am linken Rand visualisiert worden.

Nun scheinen diese Tabpages aber so beliebt geworden zu sein, dass man sie fast überall im User Interface Design findet. Bevor man aber nun die Welt komplett ins Notizbuch steckt, gilt es noch mal zu hinterfragen, was die Tabpages leisten und was nicht. Es können sich nämlich aus falschen Verwendung ernsthafte Usability-Probleme ergeben.

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